Karneval (Fasching)
in Griechenland & Fasten
Griechische Traditionen
Apokriés (Karneval, Fasching in Griechenland)
Apokriés heißt
wörtlich übersetzt das Fernbleiben vom Fleisch, Hauptmerkmal der
Fastenzeit. Auch Karneval hat ja die gleiche Bedeutung und kommt
ursprünglich aus dem Italienischen Carneval, Carnevale
(Carne = Fleisch, vale = vorbei)
An Karneval findet in vielen Städten und einigen Dörfern ein
Umzug statt. Jedes Jahr handelt dieser von verschiedenen satirischen Themen, wie
auch in Deutschland und Italien üblich.
Natürlich ist kein Vergleich mit den
großen deutschen Umzügen aber dennoch haben die Leute jede Menge
Spaß. Größter moderner Umzug wie in Deutschland findet übrigens in
Patras statt. Fast jedes Jahr nimmt ein Zug aus Patras auch
als Gast beim Kölner Karneval teil.
Auch aus Deutschland oder wie 2008 aus Italien kommen "Partnerzüge"
um in Patras mitzufeiern. Am Karnevals-Samstag nehmen ca. 30.000
Leute am Zug und den Festivitäten teil.
In einigen Gegenden wird eine Vogelscheuche der "Karnavalos"
tanzend durch den Ort getragen und abends verbrannt.
Am Rosenmontag dem griechischen "Aschermittwoch"
ist der Beginn der Fastenzeit vor den griechischen Ostern, lässt man
traditionell Drachen steigen. Früher wurden Papierdrachen
selbst gebastelt, heute werden diese meistens fertig aus Plastik
gekauft. Der Renner unter den Motiven der Jungs sind natürlich die
Farben des Lieblingsfußballvereins. Der Wind spielt meist zu dieser
Jahreszeit auch mit, zumindest in Küstengebieten. Wenn der Wind aber
zu stark ist gibt es oft ein schnelles Ende. Um so manches
Stromkabel, Drahtzaun oder Zypressenwipfel sieht man - oft noch in
den Sommermonaten - die Plastikreste der verhängnisvollen Abstürze
hängen.
Rosenmontag wird traditionell die "Lagana" gebacken, ein
flaches Fladenbrot und "Fasoláda" die traditionelle Bohnensuppe der
Griechen mit weißen Bohnen, zusammen mit Oliven, Taramas und anderen
griechischen Fischspezialitäten gegessen.
In Plataria
einem Ferienort in Epirus und auch vielen
anderen Ortschaften wird am Rosenmontag, wenn das Wetter mitspielt,
kostenlos Lagana, Bohnensuppe, Oliven und Wein von der Gemeinde
spendiert.
So haben die Griechen wieder mal Anlass sich im Ortszentrum zu
treffen. Auch aus den umliegenden Dörfern und Städten kommen viele
Besucher hinzu.
In Kozani, einer Stadt in
West Makedonien, wird die Tradition des "Fanós" (der
Laterne") gefreiert. Es werden 12 Tage lang jeden Abend große Feuer
auf den "Platía´s" den Plätzen in den verschiedenen Nachbarschaften
der Stadt gezündet und dazu gefeiert und getanzt.
In Nafplion auf
Peloponnes, gehen die Leute mit ihren Kindern maskiert durch
die Strassen. Höhepunkt ist die "Schatzsuche" bei der die Kinder in
großen Kunststoffwannen unter Massen von Schaum nach Eiern suchen.
In Naoussa, bekannter
griechischer Winzerstadt, hatten die Stadtväter an Karneval 2008
eine besonders hochprozentige und einfallsreiche Idee. Sie lehrten
und säuberten den großen Stadtbrunnen und füllten statt Wasser 30
Tonnen Rotwein ein.
So konnten alle feiernde ihren "Durst" am Brunnen stillen. Der Wein
wurde ständig nachgefüllt um den Druck der Wasserfontäne zu
erhalten. Jammas Naoussa :-)
Auf der
InselChios finden die "Koudounáti" statt, Feiern
bei denen die Bewohner den Talinitanz tanzen um die Siege der
Seeleute aus Chios gegen die Piraten zu feiern.
Allgemein wird sich vor der
Fastenzeit maskiert, geärgert, getanzt und gefeiert.
Diese Tradition des Feierns wird seit der Antike, noch vor der
Christenzeit in Griechenland praktiziert. Damals wurden die "Dionísia"
die Feste zu Ehren des Gottes Diónisos dem Gott des Weines gefeiert.
Später wurden diese Feste von den Römern übernommen, zum Andenken an
den Fall des Gottes Krónos (Saturn) durch seinen Sohn
Días (Zeus)
In Galaxidi, ca. 200 km
östlich von Athen findet jedes Jahr ein besonderer griechischer
Karnevalsbrauch statt, der seinen Uhrsprung im Anfang des 18
Jahrhunderts hat.
Damals wurde von den türkischen Besetzern das feiern des Karnevals
und somit der Beginn der Fastenzeit verboten. Diese widersetzten
sich dem Verbot, bemalten sich komplett mit Asche und zogen trotzdem
durch die Stadt, um so ihren Protest auszudrücken. Seit dem wird das
Fest jedes Jahr gefeiert und die Asche wurde mittlerweile durch
gefärbtes Mehl ersetzt. Dieses ist meist rot gefärbt um an den
anschließenden Befreiungskrieg der Griechen zu erinnern oder schwarz
wie damals am ersten Protestmarsch gegen das türkische Verbot.
Viele der Einwohner aber auch Besucher die extra wegen dem Brauch
nach Galaxidi reisen, bewerfen sich tonnenweise mit gefärbtem Mehl
und feiern ausgelassen.
Schauen Sie selbst auf einem Video das wir auf Youtube fanden:
In Thében (Thíva) wird eine
Hochzeit der "Valáchen" satirisch nachgespielt, mit
allen dazugehörigen Sitten, angefangen vom Verkuppeln, über das
Abholen der Aussteuer bis hin zur Hochzeit. Natürlich wird über
alles gelacht und aus jeder Kleinigkeit ein Witz gemacht.
In der Gegend von Langadás
bei Thessaloniki
gibt es von Ort zu Ort unterschiedliche Bräuche an Karneval. Während
in einigen die jüngeren alle Älteren um Vergebung beten, springen in
einem anderen Kinder über das Feuer da sie so, wie es früher hieß,
keine Läuse bekommen werden.
In weiteren wiederum beschenken die Schwiegermütter ihre zukünftigen
Schwiegertöchter, backen unverheiratete Mädchen ein Brot mit einem
eingeritzten Kreuz und in einem weiteren werden Pítas gebacken und
in der Nachbarschaft verteilt. Jeder Haushalt in diesem Dorf bringt
auch je drei armen Familien einen Teller mit schmackhaftem Essen.
Schreiben Sie uns über Sitten an
Karneval in anderen griechischen Gegenden
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